Schmarrn auf Plakaten

Nachdem die allermeisten Abstimmungsberechtigten ihren Stimmzettel für den Bürgerentscheid „Kurfürstenbad bleibt!“ in der Bundesstadt Bonn mittlerweile ausgefüllt, eingetütet und abgeschickt haben dürften, kann ich mir ja auch mal eine kleine Bemerkung erlauben.

Viel Aufhebens wurde gemacht um die inzwischen eingestellte Plakatkampagne des Oberbürgermeisters, die für ein „NEIN“ im Bürgerentscheid warb. „Darf der das?!“, wurde gefragt, und sich in Von-unseren-Gebühren!!!-Manier beschwert.

Eins dieser bösen, bösen Plakate.

Dabei ist es doch so: Auf diesen Plakaten steht Schmarrn (nicht die Süßspeise).

Warum das?

NEIN beim Bürgerentscheid! Denn Bonn braucht ein neues Schwimmbad.

Man soll also mit „NEIN“ stimmen. Darunter steht eine Begründung, die behauptet, Bonn brauche ein Schwimmbad, UND ein neues müsse es noch dazu sein.

Wofür braucht man im Allgemeinen ein Schwimmbad? Nun:

  1. Erholung/Planschen
  2. sportliche Betätigung
  3. Schwimmen lernen
  4. regelmäßige Körperpflege

Heutzutage sind Wohnungen üblicherweise mit kleinen Körperpflegestationen ausgestattet oder an solche angeschlossen. Auch sie werden „Bad“ genannt, sind aber in der Regel ungleich kleiner als Schwimmbäder. Man kann in ihnen auch selten schwimmen, sobald man das Wickeltisch-Alter hinter sich gelassen hat. Punkt 4 ist also nur historisch interessant.

Zu Punkten 1 und 2: Es wird schon niemand sterben, wenn sie/er nicht 30 Minuten von zu Hause entfernt planschen kann. Zumal Bonn nicht gerade als Stützpunkt des deutschen Schwimmleistungssport bekannt ist. Daran wird auch ein Schwimmbadneubau ohne 50-m-Becken vermutlich wenig ändern.

Anders schaut es mit dem Sterben aus, wenn es ums Schwimmen lernen geht. Die Anforderungen an ein Schwimmlernbecken dürften aber von allen bestehenden Frei- und Hallenbädern in Bonn erfüllt werden. Dass es allein hierfür ein neues Bad braucht, glaubt wohl auch niemand.

Das alles fällt also schon einmal weg. Warum könnte Bonn also sonst ein neues Schwimmbad benötigen? Die Werbeplakate geben darauf keine Antwort. Sie sind ja auch nichts anderes – Werbung.

Stellt sich nur die Frage, für wen.

Fantastic End Of The World

Zwei Monate vor dem Abgabetermin der Masterarbeit ist ein perfekter Zeitpunkt, am Game Jam der Fachschaft Informatik teilzunehmen.

Über die letzten beiden Tage Nächte ist so ein packendes Spiel entstanden, dessen Hintergrundgeschichte sich vor den großen Blockbustern nicht zu verstecken braucht.

Das ganze natürlich auf Englisch, denn das am ersten Abend ausgeloste Game-Jam-Motto „Fantastic End Of The World“ ist schließlich auch auf Englisch. Außerdem kann so der internationale Markt besser erobert werden.

Ich möchte mich auf diesem Wege recht herzlich bei meinem Team bedanken, das die Entwicklung sehr tatkräftig und vor allem wortgewaltig unterstützt hat.

Welches Spiel, fragen Sie? Na dieses hier:

Hinweis 1: Funktioniert nur an Desktop-Rechnern, eine Steuerung für Mobilgeräte wurde nicht implementiert. Wir hatten ja nichts!

Hinweis 2: Das Spiel besteht aus 28 MB Sounddateien und ein bisschen Rest.

Den Quellcode gibt es latürnich auch, und zwar hier: https://github.com/HSZemi/jam

Umgesetzt habe ich das Spielchen mit pixi.js. Eine Bibliothek, die ich vor drei Tagen zum ersten Mal gesehen habe. Spricht für sie, finde ich.

Die Sounds könnten noch etwas besser aufeinander abgestimmt sein, aber man tut was man kann in den 48 Stunden.

Vorbild Kurfürstenbad: BLB startet Werbekampagne für Abnahme des Campus Poppelsdorf

Nach dem durchschlagenden Erfolg der Werbekampagne der Stadt Bonn, die im laufenden Bürgerentscheid zum Kurfürstenbad großplakatig für ein „NEIN“ warb, hat man im Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW offenbar beschlossen, für die wieder einmal anstehende Abnahme der Ersatzneubauten am Campus Poppelsdorf – 1. Bauabschnitt eine ähnliche Strategie zu verfolgen.

„Wir setzen dabei auf reine Information der Öffentlichkeit, ohne jegliche emotionale Beeinflussung“, erklärt BLB-Pressesprecherin Kriemhild Küngler. Von der Abnahme der Bauten profitierten schließlich fast alle Beteiligten. Man habe sich auch „nur ganz wenig“ von der Kurfürstenbad-Kampagne „inspirieren“ lassen. „Den Slogan zum Beispiel haben wir uns ganz alleine ausgedacht“, so Küngler. Die Werbekampagne koste den Steuerzahler dabei nicht einmal Geld: Sie würde von Geld bezahlt, das demletzt „in irgend einer Schreibtischschublade aufgetaucht“ sei.

„Einfach nur dreist“ findet hingegen Universitäts-Vizepressesprecher Bernhard Brechstock die Aktion. „Die verwendeten Bilder sind aus dem Jahr 2014, sie stellen also gar nicht den aktuellen Stand dar. Außerdem haben sie für die Schrift auf dem Flyer unser schönes Uniblau geklaut!“ Die Universität wolle sich durch die Kampagne keineswegs beeinflussen lassen. Sie glaubt auch nicht, dass von Seite der Studierenden großer Druck auf sie ausgeübt werden wird. Brechstock: „Die Studierendenschaft verteilt seit Jahren in den Mensen Unmengen an Flyern. Für die interessiert sich auch praktisch niemand. Warum sollte das bei der Werbung des BLB nun anders sein?“

Der ursprüngliche Termin für die Übergabe war im November Oktober Mai 2016 September 2015 2014 2010 2009 so genau weiß das niemand mehr.

Großflächenplakat des BLB der neuen Werbekampagne.

Bild: Fabian Rump unter CC-BY-SA 4.0, offensichtlich bearbeitet.

Flyer des BLB der neuen Werbekampagne.

Bild: Fabian Rump unter CC-BY-SA 4.0, offensichtlich bearbeitet.