Ein Twitter-Gesamtbild

Man nehme: Den bekannten Twitter-Account, alle1 Tweets davon, und ein Diagramm, das die Tweets nach Tag auf der einen und Uhrzeit auf der zweiten Achse aufträgt. Heraus kommt in etwa folgendes:

Ein Twitter-Gesamtbild

Hübsch! Und netterweise noch nach Tweets und Retweets sortiert.

Nun könnte man annehmen, dass Twitter die native Retweet-Funktion erst 2013 eingeführt hat. Allerdings gibt es die bereits seit 2009, und der Datensatz enthält vor allem solche „Retweets“:

2013 hat sich also offenbar etwas in der Twitter-Nutzung geändert. Es wird jetzt fleißig retweetet, und zwar vor allem Nachts2 Die regulären Tweets des Businessman konzentrieren sich weiterhin auf die Business Hours. Auch interessant: Im Juni 2015 wurde die Präsidentschaftskandidatur verkündet. Ab Mitte 2015 dünnen sich die nächtlichen Retweet-Orgien offenbar wieder aus.

Ein Twitter-Gesamtbild

Hier lief wohl gerade „The Celebrity Apprentice 5“

Doch der Datensatz bietet noch mehr: Wir können die Punkte auch nach verwendetem Client einfärben.

Ein Twitter-Gesamtbild

Hui, das ist ja ganz schön bunt.

Na, dann schauen wir mal: Zunächst wird nur sporadisch der Web Client, also die Webseite, benutzt. Mitte 2011 entdeckt er TweetDeck, was aber um den Jahreswechsel durch TwitLonger (Slogan: When you talk too much for Twitter) ersetzt wird.

2013 bekommt er offenbar ein neues Android-Smartphone, mit dem dann nachts fleißig getwittert, und – wie wir von oben wissen – retweetet wird. Während der Business Hours ist weiterhin der Web Client Mittel der Wahl – er wird erst zum Jahreswechsel 2016 durch ein iPhone ersetzt. Oder twittert da der Praktikant? Viele vermuten das.

Eine letzte Frage drängt sich allerdings noch auf: Schläft der auch mal? Zum Vergleich das gleiche für einen normalen Menschen… na gut, für mich:

Ein Twitter-Gesamtbild

Twitter erst seit 2013, sorry!

Also wenn er schläft, dann unregelmäßiger als ich. Direkt ein Shirt drucken lassen.

Ein Twitter-Gesamtbild

Natürlich gibt es die Diagramme nicht nur als Pixelgrafik, sondern direkt als Visualisierung zum selbst-damit-spielen.

Hier entlang, bitte.

Die Daten stammen vom großartigen Trump Twitter Archive, das außerdem noch weitere Politik-Twitternasen archiviert.

  1. Das heißt, alle, die der Dump hergibt.
  2. Zeitverschiebung zur UTC beachten 😉

Kinderquatsch

Als Kind war man ja noch so schön unschuldig. Irgend jemand meinte jedenfalls damals, dass der Farbstoff in roten und gelben Smarties® irgendwie krebserregend sei. Woraufhin ich die dann nicht mehr aß.

Doch was bedeutet das eigentlich?

Sozusagen als kleine Trockenübung für die anstehenden Wahlen habe ich eine sich zufällig1 in meinem Besitz befindliche Rolle Smarties® ausgezählt und als Visualisierung ein hübsches Säulendiagramm gebastelt.

Also, tatsächlich „gebastelt“.

Sicherheitshinweis: Es handelt sich hierbei nicht um wirksame Verhütungsmittel.

Sicherheitshinweis: Es handelt sich hierbei nicht um wirksame Verhütungsmittel.

Das Diagramm zeigt: Die gelben und roten Schokolinsen sind etwa doppelt so häufig wie die restlichen, wenn wir mal die orangefarbenen Ausreißer ignorieren.

Der kleine Sven hat also auf ca. 2/5 des Inhalts verzichtet.

Würde der große Sven nicht mehr machen.

*mampf*

  1. Mutti, Mutti! Ich brauche diese Rolle unbedingt! Für die Wissenschaft!

Zahlen malen

In ungefähr genau einer Woche ist es wieder soweit: Wer in Bonn studiert und den Semesterbeitrag noch nicht überwiesen hat, sieht entweder Verspätungsgebühren oder gar die Exmatrikulation auf sich zukommen.

Für das Wintersemester 2013/14 sprechen wir hier von 248,32 €. Das sind wieder einmal ein paar Euros mehr als im letzten Semester, was nun daran liegt, dass das Studiticket leider nicht billiger wird.

Wer sich dafür interessiert, wie sich dieser Betrag zusammensetzt, wird in der „Beitragsordnung der Studierendenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in der Fassung der Beitragsordnung vom 23. Juli 2013“ (Link) fündig. Dazu kommt lediglich noch der Beitrag für das Studentenwerk in Höhe von 77 €.

Doch auch wer sich nicht dafür interessiert, sollte zumindest einen groben Überblick darüber haben, wofür er/sie jedes Semester so viel Geld ausgibt. Kleine Tabelle gefällig?

AStA 10,50 €
stud. Sozialeinrichtungen 0,66 €
Hilfsfonds 0,01 €
Studiticket-Rückerstattung 0,85 €
Fachschaften 1,75 €
Studierendensport 0,85 €
VRS-Ticket 112,70 €
NRW-Ticket 44,00 €1
Studentenwerk 77,00 €
Summe 248,32 €

Hässlich? Ja. Übersichtlich? Nein. Das muss doch irgendwie besser gehen. Vielleicht lässt sich das ja grafisch cool darstellen?

Fett! Lass uns ein Diagramm malen!

Der Klassiker ist das Balkendiagramm:

balkendiagramm

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Also schon, die drei fetten Balken rechts, aber die Mitte ist unlesbar.

Kreisdiagramme sind eh viel cooler!

Der Witz an unseren Zahlen ist, dass wir hier von einigen großen und vielen kleinen Beträgen reden. Unser Kreisdiagramm sieht entsprechend aufschlussreich aus:

kreisdiagramm

Jo, also die Tickets machen mehr als die Hälfte aus und das Studentenwerk ist auch ein dicker Brocken. Der AStA-Beitrag ist noch erkennbar. Aber abdrucken würde so etwas hoffentlich niemand.

Aber es gibt doch noch…

Statt jetzt hier mit Flächen-, Blasen- und Netzdiagramm weiter zu machen, die uns genauso wenig weiterhelfen, verfolgen wir einen etwas anderen Ansatz: Flächen statt Längen. Eine Treemap sollte eigentlich perfekt sein – werfen wir mal Google Docs an und gucken, was dabei herauskommt.

treemap

Öhm…. besser als vorhin ist es wenigstens. Die meisten kleinen Beträge sind zumindest als farbige Fläche erkennbar. Dennoch besteht zweifelsfrei Verbesserungspotenzial.

Einen Versuch wagen wir noch! Diesmal mit viel Handarbeit in Inkscape:

Semesterbeitrag-2Oh yeah \o/
Ein Quadrat kostet 50 ct, und selbst der eine Cent für den Hilfsfonds ist noch erkennbar. Wir sind so begeistert, dass wir die Grafik umgehend in die neue Erstsemester-BAStA packen.

Das Geheimnis des Erfolgs ist offensichtlich die Kombination aus Balkendiagramm und Treemap: Die Grundstruktur besteht aus Balken, die aber unterschiedlich breit sind, so dass wir letztendlich breite hohe und schmale niedrige Balken vor uns haben. Dieses Meisterwerk könnte man jetzt auf Poster drucken und überall in der Uni aufhängen – leider ändern sich die Zahlen nächstes Semester bereits wieder. Nach oben, versteht sich.

Nachtrag: Hups, Fußnote vergessen.

  1. Wer sich jetzt denkt „Hey, wenn das NRW-Ticket so billig ist, dann verzichten wir doch auf das VRS-Ticket und sparen ganz viel Geld“, den muss ich enttäuschen: Das NRW-Ticket gibt’s nur als „Add-On“ auf das VRS-Ticket drauf.