SSD-Upgrade beim Lenovo ThinkPad E530

Ich habe mir von meinem letzten Wahlausschussgeld ein Lenovo ThinkPad E530 zugelegt. Auf die integrierte SSD habe ich ein Ubuntu installiert, auf der Magnetfestplatte liegen ein Windows 7 und eine Datenpartition. Nun war demletzt die 16GB-SSD voll. Ein Auslagern großer Ordner wie /usr/share auf die Magnetfestplatte verlangsamte das System extrem, also musste ein Upgrade her.

Geworden ist es dann eine „Kingston 60GB SSDNOW MSATA“ für 55,58 €, die die eingebaute 16GB-SSD von SanDisk ersetzen sollte.

Schritt für Schritt

Folgendes habe ich gemacht:

  1. Mit Clonezilla die komplette 16GB-SSD auf meine externe Festplatte gesichert (nicht die einzelnen Partitionen)
  2. Die 16GB-SSD ausgebaut und die 60GB-SSD eingebaut (Dazu muss nur die kleine Klappe auf der Unterseite des Geräts geöffnet werden)
  3. Mit Clonezilla die Sicherung auf die 60GB-SSD zurückgespielt
    → Das System bootet wieder, allerdings sind auf der Platte immer noch nur 16 GB verfügbar
  4. In ein LinuxMint-Livesystem gebootet (lag hier herum) und mit GParted zunächst die Swap-Partition gelöscht (braucht bei 8GB RAM eh keiner) und dann die Linux-Partition auf die verfügbare Kapazität vergrößert
  5. Das System bootet wieder und hat die volle Kapazität.

Irgendwie hat es mir jedoch die UEFI-Booteinträge verhauen, so dass aus dem „ubuntu“- und dem „Microsoft Windows“-Eintrag ein einzelnder „ubuntunMicrosoft Windows“-Eintrag wurde, der nur noch Ubuntu startete.

Einer der anderen Einträge startete dann glücklicherweise trotzdem das Windows-System, das dann auch gleich wieder einen regulären Windows-Starteintrag im UEFI-Bootmenü anlegte. Den fehlerhaften Ubuntu-Starteintrag löschte ich unter Ubuntu schließlich und legte ihn neu an.

Dazu findet man (als root) zunächst die Nummer des Eintrags heraus:

root@sven-tpe:/home/sven# efibootmgr -v
BootCurrent: 0012
Timeout: 0 seconds
BootOrder: 0012,0013,0000,0001,0002,0003,0007,0008,0009,000A,000B,000C,000D,000E
Boot0000  Setup
Boot0001  Boot Menu
Boot0002  Diagnostic Splash Screen
Boot0003  Lenovo Diagnostics
Boot0004  Startup Interrupt Menu
Boot0005  ME Configuration Menu
Boot0006  Rescue and Recovery
Boot0007* USB CD        030a2400d23878bc820f604d8316c068ee79d25b86701296aa5a7848b66cd49dd3ba6a55
Boot0008* USB FDD       030a2400d23878bc820f604d8316c068ee79d25b6ff015a28830b543a8b8641009461e49
Boot0009* ATAPI CD0     030a2500d23878bc820f604d8316c068ee79d25baea2090adfde214e8b3a5e471856a35401
Boot000A* ATA HDD0      030a2500d23878bc820f604d8316c068ee79d25b91af625956449f41a7b91f4f892ab0f600
Boot000B* ATA HDD1      030a2500d23878bc820f604d8316c068ee79d25b91af625956449f41a7b91f4f892ab0f601
Boot000C* ATA HDD2      030a2500d23878bc820f604d8316c068ee79d25b91af625956449f41a7b91f4f892ab0f602
Boot000D* USB HDD       030a2400d23878bc820f604d8316c068ee79d25b33e821aaaf33bc4789bd419f88c50803
Boot000E* PCI LAN       030a2400d23878bc820f604d8316c068ee79d25b78a84aaf2b2afc4ea79cf5cc8f3d3803
Boot000F* IDER BOOT CDROM       ACPI(a0341d0,0)PCI(16,2)ATAPI(0,1,0)
Boot0010* IDER BOOT Floppy      ACPI(a0341d0,0)PCI(16,2)ATAPI(0,0,0)
Boot0012* ubuntu        HD(1,800,76800,87d48f96-6b21-4b65-88ca-eea15f60ce13)File(EFI\ubuntu\grubx64.efi)
Boot0013* Windows Boot Manager  HD(1,800,76800,87d48f96-6b21-4b65-88ca-eea15f60ce13)File(EFI\Microsoft\Boot\bootmgfw.efi)WINDOWS.........x...B.C.D.O.B.J.E.C.T.=.{.9.d.e.a.8.6.2.c.-.5.c.d.d.-.4.e.7.0.-.a.c.c.1.-.f.3.2.b.3.4.4.d.4.7.9.5.}...a................

Eintrag 13 (hexadezimal!) ist der von Windows wieder angelegte Eintrag, Nummer 12 der manuell wiederangelegte.

Den Eintrag NUMMER löscht man per

efibootmgr -b NUMMER -B

Den ubuntu-Eintrag neu anlegen ging mit dem Befehl

efibootmgr --create --disk /dev/sdb --part 1 --label "ubuntu" --loader "EFI\ubuntu\grubx64.efi"

(Die entsprechenden Dateien liegen bei mir also auf /dev/sdb1 im Verzeichnis EFI/ubuntu. )

Joa. Jetzt flutscht es wieder.

Der kleine Unterschied

Die nächste Woche wird spannend in der Bonner Hochschulpolitik. Vergangenen Dienstag hat das Rektorat der RFWU Bonn (hoffentlich) die neue Satzung der Studierendenschaft genehmigt. Und je nachdem, wann diese jetzt veröffentlicht wird, ändert sich die Zusammensetzung des am kommenden Mittwoch zu wählenden Wahlausschusses.

Zum Hintergrund: Ausschüsse des SP werden so besetzt, dass die Mehrheitsverhältnisse im SP sich in ihnen widerspiegeln sollen. Jede Fraktion darf deshalb eine gewisse Zahl an Bewerbern vorschlagen, abhängig von der Sitzzahl die sie innehat: Je mehr Sitze, desto mehr Vorschläge.

In der neuen Satzung wird nun gleichzeitig mit dem Verfahren zur Berechnung der Sitzverteilung das Verfahren zur Berechnung der Ausschussbesetzung geändert: Statt d’Hondt wird Sainte-Laguë/Schepers angewendet. Der Wahlausschuss hat 9+11 Mitglieder, im SP sind 6 Hochschulgruppen vertreten2.

Vorschläge mit d’Hondt:

  • GHG: 4
  • RCDS: 3
  • Jusos: 2
  • LUST: 0
  • LHG: 0
  • Piraten: 0

Vorschläge mit Sainte-Laguë/Schepers:

  • GHG: 3 (-1)
  • RCDS: 2 (-1)
  • Jusos: 2
  • LUST: 1 (+1)
  • LHG: 1 (+1)
  • Piraten: 0

LUST und LHG sollten sich also gegebenenfalls überlegen, wen sie am Mittwoch für den Wahlausschuss vorschlagen wollen. Falls die neue Satzung vor der Wahl des Wahlausschusses veröffentlicht wird, dürften sie Kandidatinnen oder Kandidaten benennen.

Berechnungshintergrund

Sowohl das d’Hondt-Verfahren als auch das Verfahren nach Sainte-Laguë/Schepers können als Divisor- oder als Höchstzahlverfahren implementiert werden. Als Divisorverfahren kann man das beispielsweise hier und hier ausprobieren, als Höchstzahlverfahren werden wir es jetzt hier tun.

Grundlage für die Berechnung der Anzahl der Vorschläge für jede Liste ist § 12 (6) der Satzung der Studierendenschaft. Aktuell lautet er wie folgt:

(6) Bei Besetzung der Ausschüsse ist nach dem Höchstzahlverfahren d’Hondt das Stärkeverhältnis aufgrund der Sitze im SP zugrunde zu legen.

In der Neufassung ist lediglich das „Höchstzahlverfahren d’Hondt“ durch das „Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren“ ersetzt. Der Unterschied zwischen den beiden Verfahren besteht nun darin, wie gerundet wird (Divisorverfahren) bzw. durch welche Zahlen geteilt wird (d’Hondt).

Bei d’Hondt werden die Sitzzahlen der Listen jeweils durch 1,2,3,… geteilt und dann die 9 größten Zahlen daraus ermittelt. Jede Liste darf dann so viele Personen vorschlagen, wie sie Zahlen unter den Top 9 hat.

Nach d'Hondt bekommt die GHG 4 Vorschläge, der RCDS 3 und die Jusos dürfen 2 Personen vorschlagen.

Nach d’Hondt bekommt die GHG 4 Vorschläge, der RCDS 3 und die Jusos dürfen 2 Personen vorschlagen. (Zahlen auf 2 Nachkommastellen gerundet)

Beim Verfahren nach Sainte-Laguë/Schepers ändert sich ein winziges Detail: Es wird nicht mehr durch 1-2-3-…, sondern durch 0,5-1,5-2,5-… geteilt – die Teiler sind also immer um 0,5 kleiner. Welchen Effekt das hat, sehen wir hier:

GHG und RCDS müssen je einen Vorschlag an LUST und LHG abgeben.

GHG und RCDS müssen je einen Vorschlag an LUST und LHG abgeben. (Zahlen auf 2 Nachkommastellen gerundet)

Die „kleinen“ Listen bekommen einen Bonus und dürfen plötzlich mehr mitreden.

Mal sehen, was draus wird.

  1. die Fachschaftenkonferenz darf auch noch einen Vorschlag machen
  2. Eigentlich haben die „Fraktionen“ Vorschlagsrecht, die Piraten-HSG ist jedoch fraktionslos. Unterschied macht das aber im Ergebnis keinen, wie wir sehen werden.

Wer legt die Liniennummern für Busse und Bahnen fest?

Es gibt so Fragen, die stellt man sich im Leben, findet aber keine Antwort. Eine dieser Fragen lautet: „Warum sind die Liniennummern der Busse und Bahnen1 so komisch, und wer legt die eigentlich fest?“ Nehmen wir zum Beispiel die Stadtwerke Bonn. Wenn man zu viel Zeit hat, kann man sich die Zahlen von 1 bis 999 aufschreiben und dann die Liniennummern der Busse und Trams farbig markieren. Wenn man sonst nichts wichtiges zu tun hat halt.

buslinien_teaser

Das sieht teilweise ein wenig strukturiert aus, aber doch insgesamt sehr wirr. Warum gibt es keine „64“? Was ist mit den 620ern? Wo ist die „17“ abgeblieben? (Jedenfalls nicht in Köln.) Und überhaupt: Wer denkt sich so etwas aus?

Zum Glück für mich und alle, die sich das ebenfalls fragen, darf ich gerade im Nebenfach Humangeographie ein „Geländepraktikum“ bei Thomas J. Mager absolvieren. Der gute Mann hat jahrelange Erfahrung im ÖPNV und weiß auch hier eine Antwort. Wenn Sie ihn treffen, fragen Sie ihn mal, ob er den Busverkehr in Euskirchen kennt, dann freut er sich.

Zurück zur Frage.

Wer? WEEEER???

Die Antwort auf die Frage, wer die Liniennummern festlegt, ist die folgende: Der Verkehrsverbund. Der muss darauf achten, dass die Nummerierung im grenzüberschreitenden Betrieb zwischen den regionalen Verkehrsbetrieben überschneidungsfrei bleibt.

Der Rest ist reines Würfeln. „Das ist so historisch gewachsen“ und „Die Sechshunderter sind noch frei, die könnt ihr nehmen“.

Hätten wir das auch geklärt. Yay.

  1. Tram, S-Bahn, U-Bahn und so