Taylor Swift

Disclaimer: Eigentlich müsste dieser Text voller Links sein. Da es allerdings Juristen gibt, werde ich lediglich einige Fußnoten einfügen, in denen Sie hilfreiche Schlüsselwörter finden, die Sie in die die Internetsuchmaschine Ihres Vertrauens oder direkt in die Suchfelder von YouTube oder Vevo eingeben können.

Ich habe mir gestern ein Album einer international bekannten Künstlerin gekauft.

album-redVor fünf Jahren schubberte diese junge Künstlerin aus den USA sich in die deutschen Charts. Im Nachhinein betrachtet wundert es mich doch etwas, dass ihr Liebesliedchen „Love Story“ 1 es nur auf Platz 22 der deutschen Charts geschafft hatte – die Mädels um mich herum waren jedenfalls hin und weg und ich dachte mir nur so: Meh.

Vor 11 Monaten dann produziert dieser Mike Tompkins mal wieder ein herrliches Mashup2 und ich so: Hey cool! Moment mal? Taylor Swift? Die olle Schnulzenqueen? Und das ist vom Bieber?!

Hört man sich dann die beiden Lieder einzeln an, fällt auf: „As long as you love me“ von Justin Bieber klingt in der Originalversion grottig3, Taylor Swifts „I knew you were trouble“4 hingegen klingt splendid, wonderful.

Das passiert übrigens öfter, dass man irgend eine Coverversion von einem US-Hit hört und sich denkt „Hey!“5 – und dann klingt das Original wieder komisch, weil plötzlich Nicki Minaj auftaucht und räppt6. Oder man lernt auf einen Schlag zwei Versionen einen Lieds kennen, das bislang hinter der GEMA-Firewall hängen geblieben war7 8.

Aber zurück zu Taylor Swift. Das großartigste an dieser Frau ist ja, dass sie in der englischen Wikipedia einen eigenen Abschnitt „Relationships“ hat. Und natürlich ihr Auftritt bei den BritAwards9 – mit ESC-verdächtigem Trickkleid und extra Dubstep-Einlage in der Mitte.

Bleibt die Frage: Lohnt es sich, wegen drei guter exzellenter Lieder ein ganzes Album zu kaufen?

Klar.

  1. Taylor Swift Love Story
  2. Taylor Swift – Trouble & Justin Bieber – Mike Tompkins A Capella Mashup
  3. Ich beziehe mich hier auf die Originalversion, nicht die Akustikversion
  4. Taylor Swift I Knew You Were Trouble
  5. „Beauty And A Beat“ – Justin Bieber (Alex Goot, Kurt Schneider, and Chrissy Costanza Cover)
  6. Justin Bieber – Beauty And A Beat ft. Nicki Minaj
  7. „Heart Attack“ – Demi Lovato (Sam Tsui & Chrissy Costanza of ATC)
  8. Demi Lovato Heart Attack
  9. Taylor Swift ‚I Knew You Were Trouble‘ I BRITs 2013 I OFFICIAL – HD

Bist du’s? Oder bist du’s nicht?

Der Ältestenrat ist so ein Gremium der verfassten Studierendenschaft, über das man gemeinhin sehr wenig weiß1. Wenn man etwas tiefer in der Materie steckt, dann stolpert man hin und wieder über Sätze wie „Der Ältestenrat hat damals entschieden…“ oder „Was sagt denn der Ältestenrat dazu?“

Wer ist der Ältestenrat eigentlich?

Ein Blick in die Satzung der Studierendenschaft sagt eigentlich alles:

§ 32 Funktion
(1) Der ÄR ist bei allen in seine Zuständigkeit fallenden Angelegenheiten das oberste
streitschlichtende Organ der Studierendenschaft.
(2) Er hat zudem die Aufgabe, die Kontinuität in der studentischen Selbstverwaltung
zu wahren.
(3) Er ist allen übrigen Organen und Gremien der Studierendenschaft gegenüber
unabhängig und selbständig.

§ 33 Zusammensetzung und Wahl
(1) Der ÄR besteht aus neun Studierenden, die sich um die Studierendenschaft
besonders verdient gemacht haben.
(2) Sie werden mit der Mehrheit der SP-Mitglieder gewählt und können nicht
abberufen werden. Eine Wiederwahl ist möglich.
[...]
(5) Mitglieder des ÄR dürfen für kein anderes Organ oder Gremium der studentischen
Selbstverwaltung kandidieren oder ihm angehören.

Kurzum: In den Ältesrenrat setzt das SP Leute, die mal wichtig waren und jetzt Ahnung haben und sonst nix mehr tun. Ihr Wissen stellen sie den aktiven Jungspunden zur Verfügung und schlichten Streitigkeiten, falls nötig.

Warum erzählst du uns das?

Derzeit sind ja Wahlen. Also eher Wahlvorbereitungen. Und ungefähr das zweite, was ich in Zusammenhang mit den Wahlen gelernt habe, ist folgendes:

Eine Liste gilt dann als die selbe Liste wie bei der letzten Wahl, wenn ihr Name exakt identisch ist.

– diverse Ältestenratsmitglieder und weitere wichtige Personen

Warum ist das so? Nun, offenbar habe der Ältestenrat das mal so entschieden.

Nun haben sich zur letzten Wahl und zur aktuellen Wahl diverse Listen mit geänderten Namen beworben. Nach dem was da oben steht müssten diese also als neue Liste behandelt werden. Und die Wahlordnung legt fest, dass auf dem Stimmzettel zunächst die Listen aufgeführt werden, die bereits zur letzten Wahl angetreten sind, und dann folgen die neuen Listen in alphabetischer Reihenfolge.

Bei der letzten Wahl war dies allerdings deshalb unkritisch, da der Wahlausschuss von vor 2 Jahren die Listennamen in der Wahlzeitung und im Endergebnis mal so und mal so geschrieben hat. Es war also nicht möglich, zu überprüfen, ob die Namen identisch zum Vorjahr waren oder nicht. Deshalb wurden damals mit Augenmaß die meisten Listen als diejenigen vom Vorjahr eingestuft. Als Folge dessen wurde allerdings letztes Jahr penibelst darauf geachtet, dass die Listennamen an allen Stellen korrekt notiert wurden.

Zu dieser Wahl ist es also problemlos möglich, herauszufinden, welche Listen (= welche Listennamen) zur letzten Wahl bereits angetreten sind, und das vom Ältestenrat beschlossene Kriterium kann direkt angewandt werden. Die „neuen“ Listen „ghg-campus:grün bonn“, „Liberale Hochschulgruppe an der Uni Bonn (LHG)“ und „Liste Undogmatischer StudentInnen (LUST)“ wanderten deshalb zunächst in alphabetischer Reihenfolge ans Ende der Liste.

Großes Gejammer.

Moment amoal.

Kommen wir nun zur Gretchenfrage: Gibt es diese Beschluss eigentlich und wenn ja, was steht da wirklich drin?

Eine Nachfrage des (aktuellen) Wahlausschusses beim Ältesrenratsvorsitzenden hat ergeben, dass es wohl wirklich einmal einen diesbezüglichen Beschluss gegeben hat. Der Beschluss als solcher wurde noch nicht gefunden, allerdings gibt es Informationen zur Ausgangssituation: Damals™ hat sich wohl eine grüne Hochschulgruppe in zwei grüne Hochschulgruppen aufgespalten. Eine Gruppe hieß dann irgendwas mit GHG und die andere irgendwas mit campusgrün. Und dann ging es um die Frage, wer das tolle Wahlergebnis vom Vorjahr gewinnbringend für die Platzierung auf dem Stimmzettel nutzen durfte. Der diesjährige Wahlausschuss nahm dies zum Anlass, seine Entscheidung über die Listenreihung auf dem Stimmzettel noch einmal zu überdenken und aufgrund der vollkommen anderen Ausgangssituation die Listen trotz abweichender Namen ihren Pendants vom Vorjahr zuzuordnen.

Transparenz!

Der Ältestenrat als Institution hat ein großes Problem. Versucht mal, herauszufinden, wen die aktuellen Mitglieder des Ältestenrats sind.

Genau. Außer einem kleinen Absatz auf einer kleinen Unterseite auf der AStA-Homepage findet sich nichts über dieses Gremium der Weisen im großen Internet. Dabei sind laut Satzung2 alle Organe der Studierendenschaft – und damit auch der Ältestenrat – „verpflichtet, ihre Beschlüsse in geeigneter Form, insbesondere durch Aushang oder auf Informationsblättern sowie an geeigneter Stelle im Internet zu veröffentlichen“. Was passiert, wenn das nicht geschieht, sieht man am aktuellen Beispiel: Man meint, es gebe da irgendwie so einen Beschluss, aber wirklich gesehen hat den letztlich noch niemand.

  1. Gut, das könnte man jetzt über jedes Gremium der Verfassten Studierendenschaft sagen…
  2. Siehe § 4 Satzung der Studierendenschaft

Wenn der Bus wieder nicht kommt

Wir1 kennen das: Man hetzt durch die Kälte des schneelosen Bonner Winters und will eigentlich noch den Bus um 19:02 Uhr erwischen. Gerade noch pünktlich erreicht man die Haltestelle. Und dann: Nichts. Kein Bus weit und breit.

Auch nach 5 Minuten immer noch: Nichts.

Ein Blick in die VRS-App hilft auch nicht weiter: Für diese Fahrt wird keine Verspätung angezeigt.

Weitere 5 Minuten später, Sie ahnen es: Nichts.

Nach 20 Minuten Wartezeit kommt schließlich ein Bus, allerdings fährt der die falsche Linie2.

Erst nachdem man 35 Minuten gewartet hat, kommt doch mal ein Bus mit der gewünschten Liniennummer, und man kann, Eisklotz der man inzwischen ist, ins warme Innere stelzen.

Dank der @StadtpferdeBonn weiß man hinterher wenigstens, woran es lag:

Doch auch andere haben Probleme mit den Bussen der SWB, und das an Stellen, die eigentlich von gleich 4 Linien versorgt würden:

Das Problem mit der Kommunikation

Am nervigsten ist nicht, dass der Bus halt mal nicht kommt. Wenn die SWB etwas dagegen tun könnte, täte sie es vermutlich. So etwas bringt ja auch den fancy Fahrplan durcheinander. Einen guten Grund wird es also geben. Die Frage ist nur: Kommt der Bus 5 Minuten später? 10? Oder entfällt die Fahrt ganz, weil der Pferdehafer schlecht war?

In Bonn steckt man hier in einem besonderen Dilemma: Man könnte zu Fuß gehen, und sein Ziel dann vermutlich schneller erreichen, als wenn man auf den nächsten Bus wartet. @will_danbury zum Beispiel hätte zu Fuß in 15 Minuten am Gleis sein können. Dummerweise wartet der Bus aber meistens hinter der letzten Ecke nur darauf, dass man genau das tut, und – *vrooooom* – zieht dann diabolisch grinsend an einem vorbei, sobald man 20 Meter von der Haltestelle entfernt ist.

Die Trambahnen in Bonn haben an jeder Haltestelle eine digitale Anzeigetafel, die die nächsten Bahnen inklusive Restwartezeit ankündigt. Für die Busse gibt es das leider nur an zentralen Verkehrsknotenpunkten in der Innenstadt. Wenn man so an der Haltestelle steht und sonst nicht viel zu tun hat, könnte man ja bequem auf dem Smartphone im Internet nachsehen, ob aktuell eine Störung vorliegt und was jetzt eigentlich mit dem Bus los ist.

Also, das könnte man. Wenn man es denn könnte. Die Stadtwerke Bonn haben zwar einen Twitteraccount, aber da gibt es vorrangig Pressemitteilungen und peinliche Werbung, aber keine aktuellen Verkehrsinformationen. Auf der Webseite das selbe Bild: Blabla blubb blubb, aber keine aktuellen Störungsinfos.

Die KVB bieten auf ihrer Webseite immerhin Tickermeldungen zur Betriebslage bei Bus und Bahn. Vorrangig findet man dort längerfristige Fahrplanänderungen wie Baustellen oder Haltestellenverlegungen, aber als ich diese Zeilen tippe (17:20 Uhr) kann man dort auch folgende topaktuelle3 Info lesen:

Linie 1 * Folgende Fahrt ca. 18 Min. später * Weiden West 16:35h – Junkersdorf 16:43h –
Aachener Str. 16:50h – Neumarkt 17:00h – Bf Deutz/Messe 17:05h – Merheim 17:15h –
Brück Mauspfad 17:19h – Refrath 17:22h – Bensberg 17:30h *

So etwas wünsche ich mir auch für die SWB!

Natürlich ist es bei einer Störung oberste Priorität, diese zu beheben. Wenn ich als Kunde aber ungefähr weiß, was los ist und wie lange es wohl noch dauert4, bin ich halbwegs glücklich und kann mich ggf. darauf einstellen, noch etwas länger zu warten.

Eine automatisierte Ausleitung der Störungsinfos aus dem SWB-Verkehrsmanagementsystem wäre fantastisch. (Der Spaß heißt da offenbar ITCS.)

Und bis es soweit ist, gilt weiterhin:

Bitte Fahrplan beachten

  1. Mit „wir“ meine ich Einwohner eines Gebiets mit gut ausgebautem ÖPNV – das Allgäu kann ich leider nicht darunter zählen.
  2. Durch das ausgeklügelte Bonner Liniennetz ist es auf vielen Strecken so, dass man mit zwei Linien an sein Ziel kommt, was die Taktfrequenz effektiv halbiert – tolle Sache.
  3. und das ist nicht ironisch gemeint
  4. Ein ehrliches „Wir wissen nicht, wie lang es noch dauert, sorry!“ reicht mir persönlich völlig.