Drei Tipps, wie die Stadt Bonn ihr neues Schwimmbad unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids einfach bauen kann

Im Juli erhalten die rund 250.000 Bonner Abstimmungsberechtigten per Post die Abstimmungsunterlagen zum nächsten Bürgerentscheid. Abgestimmt wird diesmal über die folgende Frage:

Soll der Neubau eines Schwimmbades in Bonn-Dottendorf gestoppt werden?

Erneut geht es darum, ob in Bonn zahlreiche ranzige Stadtteilbäder stehen sollen oder ob stattdessen ein noch nicht ranziges Zentralbad entstehen soll. Wobei „zentral“ hier im Sinne von geographischer Mitte zu verstehen ist, und nicht etwa im Sinne von „Innenstadt“.

Die Stadt Bonn™ jedenfalls findet das „Zentralbad“ erklärtermaßen sehr gut, erboste Bonner Bürgerinitiativen („Bonn bleibt bäderreich?“) hingegen nicht. Deshalb haben sie die Durchführung des anstehenden Bürgerentscheids angestrebt und auch erreicht. Drei Möglichkeiten, wie die Stadt Bonn ihr Lieblingswunschbad einfach trotzdem bauen kann, erklärt dieser Artikel. Denn die Initiatorinnen und -toren des Bürgerentscheids haben bei der Formulierung der Abstimmungsfrage handwerkliche Fehler begangen, die nur darauf warten, von windigen Winkeladvokaten ausgenutzt zu werden.

1. eines

Sollte der Bürgerentscheid Erfolg haben, stoppt die Stadt einfach den Swimming-Pool-Neubau im Garten von Familie Dörtersheim, Wasserland 11, -Dottendorf. Damit wäre der Beschluss einwandfrei umgesetzt und die Stadt könnte sich wieder wichtigen Dingen (wie dem Bau unseres neuen Schwimmbads) widmen. Außerdem hat Familie Dörtersheim bei der Antragsstellung geschwindelt: Wie sich herausstellt, wurden dunkelgraue Kacheln verbaut, genehmigt wurden aber lediglich anthrazitfarbene. Nimm das, Familie Dörtersheim! Deine illegalen Aktivitäten wurden durch einen Bürgerentscheid gestoppt!

2. in Bonn-Dottendorf

Der Bürgerentscheid möchte ein Schwimmbad „in Bonn-Dottendorf“ verhindern. Doch was, wenn das Wasserlandspaßbad gar nicht in Dottendorf gebaut würde? Man müsste lediglich die Stadtteilgrenzen etwas verschieben, vielleicht sogar einen neuen Stadtteil einführen, der nicht Bonn-Dottendorf heißt, und tada: Unser neues Schwimmbad kommt!

Drei Tipps, wie die Stadt Bonn ihr neues Schwimmbad unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids einfach bauen kann

3. gestoppt

Der Bürgerentscheid hat also Erfolg und der Neubau von unserem neuen Schwimmbad wird gestoppt. Dem Beschluss wurde entsprochen, alle können nach Hause gehen.

Und dann wird der Bau fortgesetzt. Er wurde schließlich nicht abgebrochen.1

Wir sehen also: Die Stadt Bonn hat zahlreiche Möglichkeiten, das Zentralwasserspaßlandbad unabhängig vom Ergebnis des Bürgerentscheids zu bauen.
Da es also letztendlich um nichts geht, macht das Abstimmen gleich doppelt Spaß!

PS:

Der Umschlag, der den Stimmzettel enthält, darf gefaltet werden und verliert seine Gültigkeit durch das Falten nicht.

  1. gg no re

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